Getrennte Matratzen im Doppelbett oder eine große?
Auf den Internet-Foren für Amerikaner in Deutschland ist sie ein beliebtes Thema: die “Besucherritze”, auch “Gräbele” genannt, die beim Kuscheln in deutschen Schlafzimmern als sehr störend empfunden werden kann. Der Grund für die Besucherritze liegt (im wahrsten Sinne des Wortes) im vorherrschenden Design für deutsche Ehebetten. Das Bett ist zwar doppelweit, enthält aber zwei Lattenroste und zwei getrennte Matratzen, die man bspw. bei http://www.matratze.org/ gekauft hat.
Zwei “Getrennte” oder eine “Große” – mehr als nur ein Kulturunterschied?
Ein amerikanisches Bett besteht aus einer “Boxspring” und Matratze in verschiedenen Größen von “Twin” bis “California King”, Bettzeug und einer Decke. Für wie viele Personen das Bett vorgesehen ist, richtet sich ausschließlich nach der jeweiligen Größe und persönlichen Vorzügen. Getrennte Matratzen oder individuelle Decken für die einzelnen Schläfer werden bestaunt und belächelt – dann weicht man schon lieber auf Einzelbetten oder sogar getrennte Schlafzimmer aus.
In Deutschland werden “Französische Betten” und “Futons” mit überbreiten Matratzen angeboten. Der Erfolg ist jedoch schwach: getrennte Matratze im Ehebett werden mit Leidenschaft verteidigt. Zuerst einmal sei die persönliche Matratze viel gesünder, weil sie den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Schläfers viel besser angepasst werden könne. Zudem wäre der unruhige Schlaf des Einen bei getrennten Matratzen weit weniger störend für den Partner. Weiterhin wird mit praktischen Gründen argumentiert: Getrennte Matratzen, Bettwäsche und Decken seien nicht nur billiger, sondern einfacher zu wechseln und zu pflegen als das Bettzeug für die eine “große” Matratze.
Für welche Variante sich ein Paar zuletzt entscheidet, wird wohl hauptsächlich von Herkunft, Gewohnheit und persönlichem Geschmack bestimmt. Den einen “friert” es beim Gedanken an die ungemütliche Besucherritze und getrennte Decken, der andere kann ohne den “persönlichen Raum” auch im Schlafzimmer nicht auskommen. Zur Abhilfe bei der Besucherritze brauchen wir glücklicherweise nicht mehr auf ein zwischen die Matratzen gestopftes Handtuch aus dem Schlafzimmer unserer Eltern zurückgreifen: spezielle Bezüge für Doppel-Matratzen oder die sogenannten “Liebesbrücken” überwinden dieses Problem.
